Forschungscluster im Überblick

Zur besseren Eingrenzung des Themenkomplexes “Care” arbeitet der Verbund mit vier thematischen Clustern, welche es ermöglichen, jeweils unterschiedliche Aspekte der Wechselwirkung von Gender und Care zu vertiefen und gegeneinander abzugrenzen. Die 12 Teilprojekte schließen an diese thematische Ordnung der Cluster an. Neben der internen Vernetzung und Zusammenarbeit der Projekte ist auch eine stetige Zusammenarbeit mit Praxispartner_innen ein zentrales Anliegen des Forschungsverbundes.

     

Im Cluster Familie und Private Lebensformen steht die Gestaltung von Care in als privat gedachten Kontexten im Vordergrund. 

Zu den gemeinsamen projektspezifischen Untersuchungsgegenständen gehören:

  • die Gestaltung  Fürsorgeleistungen in pluralen Lebensformen 

  • Alltägliche Care-Praxen und ihre Idealisierungen 

  • Milieu-, region- sowie ethnizitätsbedingte Differenzierungen (Diversity) 

  • die Entwicklung verwandtschaftsbasierter Netz-werke sowie Caring Communities (Nachbarschaften) 

  • Familienunterstützende Infrastrukturen 


Das Cluster Organisation und Arbeit untersucht Care als sich wandelnde Form von Arbeit: Prozesse der Ökonomisierung, Prekarisierung und De- und Reprofessionalisierung im Zusammnhang mit geschlechtlichen Zuschreibungen stehen hier im Mittelpunkt.

Im Cluster werden folgende Feldern bearbeitet:

  • Wohlfahrtsregime
  • Sozialpolitik
  • Rechtliche Aspekte
  • Arbeitsbedingungen in Care-Professionen
  • Spektrum der Care-Tätigkeiten
  • Bezahlte versus unbezahlte Arbeit
  • Professionelle, ehrenamtliche, private Arbeit
  • Geschlechtliche Konnotation von Tätigkeiten (und deren Veränderung)
  • Segmentierung von Arbeit und Diversity

Care ist zwar im Wesentlichen zwischenmenschliche Zuwendung, Fürsorge, Pflege. Dabei spielt jedoch auch Technologie eine wichtige Rolle. Das Cluster Technik und Medien widmet sich der Rolle von Technik und Technologie im Kontext von Care und untersucht medial vermittelte Ideale und Stereotypen von Care im Zusammenhang mit Geschlecht.

Zu den gemeinsamen Themen zählen:

  • Das Verhältnis von Mensch und Maschine
  • Die gender- und alterspezifische Aneignungen von Technik
  • Die Zielgruppengerechte Gestaltung von Technik
  • Diversität bei der Mensch-Roboter Interaktion
  • Mediale Diskurse zu Gender und Care
  • Mediale Vermittlung von impliziten Care-Vorstellungen

Das Cluster Normative Fragen bündelt Projekte, die sich mit Menschenbildern auseinandersetzen, die einem zeitgenössischen und historischem Verständnis von Care zugrunde liegen. Es fragt danach, wie diese vergeschlechtlichten Vorstellungen von Sich-Sorgen, Pflegen und Sich-Kümmern historisch geworden sind und medial dargestellt, vermittelt und bewertet werden. Ein zentrales Anliegen des Clusters ist der Transfer zwischen philosophisch-ethischer Theoriebildung und empirischer und praxisorientierter Forschung..

Fragen und Themen sind:

  • Spannung zwischen Abhängigkeit und Autonomie
  • Was ist und wie bemisst sich Beziehungs- und Lebensqualität?
  • Umgang mit Verletzlichkeit und Machtdifferenzen
  • Widersprüchliche Entwicklungen historischer Traditionen
  • Spannungsfeld Öffentlichkeit - Privatheit
  • Care-Ethik und (intersektionale) Geschlechterbilder
  • Care-Rollenmodelle und stereotype Darstellungen