Fördert Fürsorge für Angehörige fürsorgliche Führung?

Das Projekt „Fördert Fürsorge für Angehörige fürsorgliche Führung?“ unter Leitung von Prof. Dr. Claudia Peus und Jamie Gloor, PhD, an der Professur für Forschungs- und Wissenschaftsmanagement der Technischen Universität München beschäftigt sich in den kommenden vier Jahren mit den genderspezifischen Konsequenzen von Führung an der Schnittstelle von Privat- und Berufsleben. Das Projekt gliedert sich in den Forschungsschwerpunkt Leadership & Leadership Development der Professur ein und kombiniert Führungs- und Gendertheorien zu einem innovativen Ansatz der Erforschung von Führung und Care.

Dabei fokussiert das Projekt auf zwei Forschungslücken, die sowohl für die Unternehmenspraxis als auch für die Führungsforschung bedeutsam sind. Im ersten Schritt wird analysiert, wie die Übernahme von Care-Rollen im Privatleben (z.B. Elternzeit, Pflege von Angehörigen) die Bewertung von Frauen und Männern in Führungspositionen und deren tatsächliches Führungsverhalten beeinflusst. In einem zweiten Schritt widmen sich die Wissenschaftlerinnen der Frage, wie sich fürsorgliche Führung auf die Motivation und das Wohlbefinden von MitarbeiterInnen auswirkt.
Das theoretische Fundament des Projekts bilden etablierte Theorien zu Geschlechtsrollen im Führungskontext sowie ethikorientierte Führungstheorien (Braun & Peus, 2014). Durchgeführt wird eine mehrteilige Studienreihe, die sowohl eine deutschlandweite Online-Befragung von Führungskräften und ihren MitarbeiterInnen beinhaltet, als auch kausale Analysen mittels Laborexperimenten, die an der Technischen Universität München durchgeführt werden.

Wissenschaftliches Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Validierung eines evidenzbasierten Modells care-orientierter Führung. Zum praktischen Teil des Projekts gehören zudem Workshops für Personalverantwortliche aus Unternehmen in ganz Deutschland, in denen Führung und Fürsorge im Mittelpunkt stehen, sowie die Publikation einer Broschüre zu Führung und Fürsorge.

Prof. Dr. Claudia Peus und Jamie Gloor, PhD, Technische Universität München (Betriebswirtschaft/Management)

Website: www.leadership-care.wi.tum.de

 

Publikationen:

Peus, C. (2011). Money over man versus caring and compassion? Challenges for today's organizations and their leaders. Journal of Organizational Behavior 32(7), S. 955-960

Braun, S. & Peus C. (2014). Wertschöpfung durch Werte? Vom Nutzen ethikorientierter Führung. PERSONALquarterly, 1/2014, 28-33.

Vorträge:

Gloor, J. L., Horvath, L. K., Braun, S., & Peus, C. (2017, July). Caring leaders: The impact of parental leave on the perception of transformational leadership. Paper akzeptiert zur Präsentation beim Biannual Meeting of the European Association for Social Psychology in Granada, Spain.

Horvath, L. K., Grether, T., & Wiese, B. S. (2016, January). Leadership as a barrier for fathers' parental leaves? Poster präsentiert auf der 3. Israel Organizational Behavior Conference, Tel Aviv, Israel.