Die Sorge um die Fürsorge: bis zum Ende über sich verfügen… Geschlechterspezifische Vorstellungen von Autonomie, Verantwortung und Vulnerabilität

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Welche Vorstellungen von Autonomie, Verletzlichkeit und Pflegebedürftigkeit beeinflussen Entscheidungen über und Vorkehrungen für finale Lebensphasen? Diese Fragen untersucht am Beispiel der Diskussionen über Patientenverfügungen das Teilprojekt "Die Sorge um die Fürsorge".

Es geht darum, was Frauen und Männer über Leben und Tod denken, was für Wünsche und Ängste sie bewegen, wenn sie sich die letzte Phase der eigenen Existenz vorstellen. Menschen pflegen Selbstbilder, die sie - so lange es geht - aufrechterhalten möchten, insbesondere dann, wenn kritische Situationen von Krankheit, Schwäche und Pflegebedürftigkeit auftreten. Über diese Phasen des Lebens spricht man in den Massenmedien, sozialen Medien oder mit Freunden unterschiedlich. Es entstehen verschiedene Diskursebenen, die es in diesem Projekt zu erforschen gilt. Medizinethische Fachliteratur und Ratgeber zu Patientenverfügungen, Debatten in den Massenmedien und in Internetforen, aber auch die Erfahrungen von beratenden Ärztinnen und Ärzten, Juristinnen und Juristen sowie die Sichtweisen von Betroffenen, also Menschen, die für ihr Lebensende gut vorsorgen wollen, bilden den Gegenstand der interdisziplinären Analyse. Das Wissen um unterschiedliche Argumentationsweisen und um deren Zusammenspiel eröffnet zum einen neue Forschungsperspektiven, zum anderen kann dieses Wissen auch bei der Optimierung von Aufklärungskampagnen Anwendung finden.


Teilprojektleiterinnen:

·         Prof. Dr. Mariacarla Gadebusch Bondio ( Universität Bonn, ehemals Technische Universität München, Medizingeschichte/Ethik der Medizin)

·         Prof. Dr. Susanne Kinnebrock (Universität Augsburg, Kommunikationswissenschaft)

Projektmitarbeiter:

·         Manuel Menke, M.A. (Universität Augsburg)

·         Anna Wagner, M.A. (Universität Augsburg)


Publikationen:
Krieger, R, Gadebusch Bondio, M.: „Gesundheitliches Vorausplanen. Haben Frauen und Männer andere Sorgen?", in: Bayerisches Ärzteblatt 2016(12): 674-676. 

Menke, M. & Kinnebrock, S. (2016). Würde bis zum Schluss? Mediale Konzeptionen von Würde im Diskurs über Sterbehilfe. Medien & Altern, 8, S. 32 - 46.

Forschungsposter:

Krieger, R., Gadebusch Bondio, M.: "Antizipatives Entscheiden im Angesicht von Gender und Geschlecht", Posterbeitrag für den 11. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP): „Qualität braucht Miteinander, Mut und Kompetenz", Leipzig, Deutschland, 07.-10.09.2016.

Krieger, R., Gadebusch Bondio, M., Kinnebrock, S. & Menke, M. Concerned about care: Disposing until the end of life... Gender specific ideas about autonomy, responsibility, and vulnerability. 5th International Conference on Advance Care Planning and End of Life Care, 09.09 - 12.09.2015.

Vorträge:

Gadebusch Bondio, M.& Krieger, R. Gesundheitliches Vorausplanen von Männern und Frauen – Was wir wissen und (noch) nicht wissen... 07.12.2016.

Menke, M. Angewiesenheit und/oder Selbstbestimmung? Zur Darstellung von Fürsorge-Beziehungen in den Medien. Sechster Ethiknachmittag am Klinikum rechts der Isar. 07.12.2016.

Menke, M. & Kinnebrock, S. Dignity despite vulnerability? Current ethical principles of the media discourse on advance directives. 6th European Communication Conference der ECREA, in Prag, Tschechische Republik, 09.11. - 12.11.2016.

Kinnebock, S. & Menke, M. Würde bis zum Schluss? Eine Analyse der aktuellen Berichterstattung über vulnerable Alte. Fachtagung der GAM Gesellschaft – Alter – Medien e.V. "Designing Age. Konzepte – Ästhetiken – Praktiken", Berlin, 19.06 - 20.06.2015.

Menke, M. & Kinnebrock, S. Würdekonzepte in der aktuellen Berichterstattung über Menschen in hohem Alter und in finalen Lebensphasen. 60. Jahrestagung der DGPuK, Darmstadt, 13.05 - 15.05.2015. Menke, M. & Kinnebrock, S. (2016). Würde bis zum Schluss? Mediale Konzeptionen von Würde im Diskurs über Sterbehilfe. Medien & Altern, 8, S. 32 - 46.

Download Projektposter (englisch): http://www.get.med.tum.de/sites/www.get.med.tum.de/files/Version%202_Poster_FGC_ACPEL%202015.pdf