Mütter für den Staat: Weiblich konnotierte Sozialarbeit als historisches Legitimationsmuster auf dem Weg zur Gleichberechtigung? (1890-1919 / 1945-1960)

Foto: Titelblatt Der Spiegel 1966

Warum gilt Pflege als eine häusliche Angelegenheit, für die primär Frauen zuständig sind? Welche Folgen hatte es, dass Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts das Thema Pflege und Wohlfahrt in den Medien thematisierten und ihre Zuständigkeit für Pflege mit politischen Partizipationsforderungen verknüpften? Und wie gelang es schließlich, Pflegeaufgaben zu öffentlichen Aufgaben zu machen? Aber auch: Welche Retradierungsdynamiken sorgen dafür, dass auch heute noch ein Großteil der Care-Tätigkeit von Frauen übernommen wird?

Diesen Fragen widmet sich das Forschungsprojekt "Mütter für den Staat", das die diskursive Verknüpfung von Care-Tätigkeit und politischer Partizipation zu Beginn des 20. Jahrhunderts und in der Nachkriegszeit untersucht.

Prof. Dr. Susanne Kinnebrock und Désirée Dörner, M.A., Universität Augsburg (Kommunikationswissenschaft) in Kooperation mit Prof. Dr. Sylvia Schraut und Mirjam Höfner, Universität der Bundeswehr München (Geschichte)

Publikationen:

Désirée Dörner/Susanne Kinnebrock (2017, im Erscheinen): Teilhabe durch Fürsorge? Die Mediendebatte über bürgerliche Freiheits- und Wahlrechte für Frauen im deutschen Kaiserreich, in: Elisabeth Klaus/Ricarda Drüeke (Hrsg.): Kommunikationswissenschaftliche Geschlechterforschung als kritische Gesellschaftsanalyse. Eine Bestandsaufnahme, Bielefeld: transcript.

Sylvia Schraut (26.02.2016): „Care und Gender aus historischer Perspektive“. Beitrag auf SozBlog. Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, http://soziologie.de/blog/2016/02/care-und-Gender-aus-historischer-perspektive/

Hallermeyer, Michael: Pflegearbeit. In: Augsburger Allgemeine (Forschungsbeilage) vom 8. Juli 2015,
S. 2.